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Aufgaben und Zuständigkeiten

Mit der Fachanwendung Kompensationsverzeichnis Baden-Württemberg (KompVz BW) stellt die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) den Zulassungs- und Genehmigungsbehörden in Entsprechung der Kompensationsverzeichnis-Verordnung (Novelle in Kraft seit 01.01.2026) eine landesweite Anwendungssoftware zur Verfügung.

Das KompVz BW gliedert sich in sechs ineinandergreifende Themenbereiche, mit welchen jeweils unterschiedliche Aufgaben und Zuständigkeiten verbunden sind. Im Folgenden werden diese Themenbereiche kurz vorgestellt und anhand eines Beispiels erläutert, welche Aufgaben und Arbeitsschritte in den jeweiligen Bereichen für die verschiedenen Nutzergruppen anfallen können.

Die Führung des Kompensationsverzeichnisses für den jeweiligen Stadt- oder Landkreis obliegt den Unteren Naturschutzbehörden (UNBen). Die Zuständigkeit für die grundsätzliche Erfassung und Eintragung der Angaben liegt jedoch für Eingriffe und dazugehörige Maßnahmen bei den jeweiligen Zulassungsbehörden des Eingriffs, die diese Pflicht auf den Eingriffsverursacher übertragen können. Ökokonto-Maßnahmen sind durch den jeweiligen Maßnahmenträger zu erfassen und bei der unteren Naturschutzbehörde zu beantragen. 


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Eingriff

Im Themenbereich Eingriff wird die Dokumentation bereits genehmigter Eingriffsvorhaben vorgenommen. Gemäß der Kompensationsverzeichnis-Verordnung hat die Übermittlung innerhalb von sechs Wochen nach Bestandskraft der Zulassungs- und Genehmigungsentscheidung zu erfolgen.

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Eingriffe in die Natur und Landschaft sind entsprechend der Kompensationsverzeichnis-Verordnung (Novelle seit 01.01.2026 in Kraft) des Landes Baden-Württemberg in einem Kompensationsverzeichnis zu dokumentieren.

Unter der Abteilung Eingriff werden festgesetzte naturschutz- und bauplanungsrechtliche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen geführt. Die rechtliche Grundlage für die Abteilung Eingriff bildet §§ 14 ff. des Naturschutzgesetzes Baden-Württemberg (NatSchG). § 17 NatSchG regelt die Zuständigkeit und das Verfahren bei Eingriffen.

Da die Aufgaben und Zuständigkeiten davon abhängen, muss bei Eingriffen zwischen den Vorgehensweisen mit bzw. ohne Bedarf einer behördlichen Zulassung, Genehmigung oder Anzeige unterschieden werden (s. auch Abbildung).


Variante 1:
mit Bedarf einer behördlichen Zulassung, Genehmigung oder Anzeige

  • Vorhabensträger / Verursacher gibt Eingriff mit zugehörigen Maßnahmen im KompVz BW, Abteilung Eingriff ein und anschließend der Zulassungsbehörde frei
  • Auf der Handbuchseite "Neuen Eingriff anlegen" wird ausführlich erläutert, welche Schritte zur Anlage eines neuen Eingriffs erforderlich sind
  • Möchte ein Vorhabensträger / Verursacher, die Auswirkungen eines Eingriffs durch Ökopunkte ausgleichen, muss er dies aus dem Eingriff heraus beantragen. Die hierfür notwendigen Schritte werden auf der Handbuchseite "Abbuchungen von Ökopunkten" erläutert (s. auch Abteilung Ökokonto).
  • Vorhabensträger / Verursacher muss den weiteren Prüf- und Genehmigungsstand selbstständig kontrollieren, er erhält keine Benachrichtigung zum aktuellen Bearbeitungsstand

  • Zulassungsbehörde prüft die Eingriffsdaten und kennzeichnet über den Stern den Status der Prüfung; eine Stellungnahme der Zulassungsbehörde zum Eingriff mit zugehörigen Maßnahmen kann über "Dokumente" hochgeladen werden
  • nach Abschluss der Prüfung gibt die Zulassungsbehörde den Eingriff der zuständigen UNB zur Benehmensherstellung frei

  • UNB prüft die Eintragung auf Vollständigkeit und verzeichnet den Eingriff; eine Stellungnahme der UNB zum Eingriff mit zugehörigen Maßnahmen kann über "Dokumente" hochgeladen werden
  • Achtung: Die Zulassungsbehörde erhält keine Benachrichtigung, dass seitens der UNB ein neues Dokument eingestellt wurde; die Bearbeitung des Eingriffs ist für die Zulassungsbehörde lediglich an der Änderung des Sterns erkennbar

Variante 2: ohne Bedarf einer behördlichen Zulassung, Genehmigung oder Anzeige

  • Vorhabensträger / Verursacher agiert analog zu Variante 1

  • UNB als Genehmigungsbehörde prüft die Eingriffsdaten und kennzeichnet über den Stern den Status der Prüfung; eine Stellungnahme der UNB zum Eingriff mit zugehörigen Maßnahmen kann über "Dokumente" hochgeladen werden
  • nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens verzeichnet die UNB den Eingriff

Die jeweils zuständigen Stellen werden nur dann per E-Mail über neue Freigaben informiert, wenn dies über die entsprechenden Benachrichtigungseinstellungen aktiviert wurde.

Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen

Werden im Zuge eines Eingriffs Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen erforderlich, um Beeinträchtigungen der Natur und Landschaft zu begrenzen, sind diese im KompVz BW zu dokumentieren. Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen werden im KompVz BW immer zu einem Eingriff angelegt. Auf der Handbuchseite "Neue V/M-Maßnahme anlegen" wird ausführlich erläutert, welche Schritte zur Anlage einer neuen Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahme erforderlich sind.

Genehmigungsverfahren Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen

  • Die Planung der Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen sowie Erarbeitung der Unterlagen mit anschließender Einreichung über das KompVz BW ist Aufgabe des Vorhabensträger / Verursachers. Die Mitwirkungspflichten des Verursachers sind in § 17 Abs. 4 BNatSchG geregelt.
  • Die Freigabe der Vermeidungs- und Minimierungsmaßnamen für die zuständige Zulassungs- und Genehmigungsbehörden erfolgt automatisch mit der Freigabe des dazugehörigen Eingriffs.

  • Die anschließende Prüfung und Genehmigung der Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen und damit des Eingriffs ist Aufgabe der Zulassungs- und Genehmigungsbehörde (s. auch Abteilung Eingriff).


Nach der Genehmigung

  • Die Umsetzung der Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen fällt in die Pflicht des Vorhabensträger / Verursachers.

Kompensation

Wenn sich bei einem Vorhaben erhebliche Eingriffe in die Natur und Landschaft nicht vermeiden lassen, greift die Kompensationspflicht. § 18 NatSchG sieht vor, dass Kompensationsmaßnahmen und die dafür in Anspruch genommenen Flächen im Kompensationsverzeichnis erfasst werden. Zur Sicherstellung eines klaren Bezugs, muss im KompVz BW jede Kompensationsmaßnahme einem Eingriff zugeordnet sein. Auf der Handbuchseite "Neue Kompensationsmaßnahmen anlegen" wird ausführlich erläutert, welche Schritte zur Anlage einer neuen Maßnahme erforderlich sind.

Genehmigungsverfahren Kompensationsmaßnahmen

  • Die Planung der Kompensationsmaßnahmen sowie Erarbeitung der Unterlagen mit anschließender Einreichung über das KompVz BW ist Aufgabe des Vorhabensträger / Verursachers. Die Mitwirkungspflichten des Verursachers sind in § 17 Abs. 4 BNatSchG geregelt.
  • Die Freigabe der Kompensationsmaßnahmen für die zuständige Zulassungs- und Genehmigungsbehörden erfolgt automatisch mit der Freigabe des dazugehörigen Eingriffs.

  • Die anschließende Prüfung und Genehmigung der Kompensationsmaßnamen und damit des Eingriffs ist Aufgabe der Zulassungs- und Genehmigungsbehörde (s. auch Abteilung Eingriff).


Nach der Genehmigung

  • Die Umsetzung der Kompensationsmaßnahme fällt in die Pflicht des Vorhabensträger / Verursachers. Der Umsetzungsstand ist im KompVz BW zu dokumentieren. Auf der Handbuchseite "Detailansicht und weitere Angaben" wird unter "Aktuelle Informationen ergänzen" erläutert, welche Angaben gemacht werden können.

  • Die Kontrolle der frist- und sachgerechten Durchführung der Maßnahme obliegt der jeweiligen Zulassungs- und Genehmigungsbehörde (s. auch § 17 Abs. 7 BNatSchG). Tritt der mit den Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen angestrebte Ausgleich für Natur- und Landschaft nicht ein, können in Baden-Württemberg nachträglich Anordnungen von Nebenbestimmungen veranlasst werden (§ 17 Abs. 2 NatSchG). Bei Ausgleichsmaßnahmen nach der bauplanungsrechtlichen Eingriffsregelung fällt die Verantwortung der Durchführungskontrolle auf die Gemeinden.

Maßnahmen aufgrund von Ersatzzahlungen (MEZ)

Maßnahmen aufgrund von Ersatzzahlungen nach § 15 Absatz 6 BNatSchG in Verbindung mit § 15 Absatz 4 NatSchG werden durch die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg erfasst.

Entsprechend ist es Aufgabe der Stiftung Naturschutzfonds, sicherzustellen, dass bei Umsetzung von Maßnahmen aufgrund von Ersatzzahlungen auch eine Erfassung in der Abteilung MEZ des KompVz BW erfolgt ist.

Summationskataster

Beim Summationskataster handelt es sich um einen neuen Bereich im KompVz BW. Das Kataster wurde eingeführt, um Summationswirkungen bei Beeinträchtigungen von Natura 2000-Gebieten besser berücksichtigen zu können.

Einträge ins Summationskataster können seitens der Basisnutzer, Zulassungsbehörde und Unteren Naturschutzbehörden vorgenommen werden. Es ist Aufgabe der UNBen, sicherzustellen, dass alle im KompVz BW erfassten und ihnen freigegebene Eingriffe im Summationskataster verzeichnet sind. Ggf. Ergänzung, dass die Eingaben im Rahmen der Erfassung eines Eingriffs erfolgen?

Ökokonto

Bei Ökokonto-Maßnahmen handelt es sich um freiwillige, zeitlich vorgezogene Kompensationsmaßnahmen, die zunächst keinen konkreten Bezug zu einem Eingriffsvorhaben aufweisen müssen. Derartige Maßnahmen werden im KompVz BW in der Abteilung Ökokonto beantragt und geführt. 
Weiterführende Informationen zur Anerkennung und Anrechnung von Ökokonto-Maßnahmen können in der Ökokonto-Verordnung (ÖKVO) (in Kraft seit 01.04.2011) sowie § 16 Abs. 1 NatSchG und § 16 Abs. 1 BNatSchG nachgelesen werden.

Nach § 3 Abs. 1 ÖKVO bedürfen Ökokonto-Maßnahmen der vorherigen Zustimmung der örtlich zuständigen unteren Naturschutzbehörde.

Zustimmungsverfahren

Die nachfolgende Abbildung zeigt ein Ablaufschema, aus dem die generellen Zuständigkeiten und Verfahrensschritte von der Planung bis zur Zuordnung einer Ökokonto-Maßnahme zu einem Eingriffsvorhaben ersichtlich sind. Das Schema wurde in dieser Form in Heft 1 der "Naturschutz-Info" der LUBW veröffentlicht.

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Im Folgenden wird näher erläutert, wie die im Schema festgehaltenen Schritte im KompVz BW umgesetzt werden können:

  • Maßnahmenträger gibt Ökokonto-Maßnahme im KompVz BW, Abteilung Ökokonto ein
  • Achtung: Ökokonto-(Teil-)Maßnahmen müssen gemäß § 2 Abs. 2 ÖKVO mindestens einem Wirkungsbereich zugeordnet sein und einer spezifischen Bewertung unterzogen werden
  • Maßnahmenträger gibt nach Fertigstellung des Eintrags die Ökokonto-Maßnahme der zuständigen UNB frei und startet das Zustimmungsverfahren
  • Maßnahmenträger muss den weiteren Prüf- und Genehmigungsstand selbstständig kontrollieren, er erhält keine Benachrichtigung zum aktuellen Bearbeitungsstand

  • UNB wird von KompVz BW über das Vorliegen eines eingereichten Antrags mittels Hinweis in der Detailansicht der Ökokonto-Maßnahme und einer Benachrichtigung per E-Mail an die Personen/Teams mit Freigabe des Antrags informiert
  • UNB als Genehmigungsbehörde prüft den Antrag und gibt dem Maßnahmenträger über [Lesezeichen]-Button Rückmeldung zur Antragsentscheidung
  • Bei festgestelltem Überarbeitungsbedarf gibt die UNB die Maßnahme an den Maßnahmenträger zur nochmaligen Bearbeitung zurück - Antragsentwurf kann im Modul "Anträge" der Detailansicht der Ökokonto-Maßnahme erneut durch Maßnahmenträger bearbeitet und anschließend wieder eingereicht werden

Nach der Zustimmung

  • Die Umsetzung der Ökokonto-Maßnahme fällt in die Pflicht des Maßnahmenträgers. Der Umsetzungsbeginn ist der UNB anzuzeigen und im KompVz BW zu dokumentieren. Auf der Handbuchseite "Umsetzungsbeginn anzeigen und ändern" wird erläutert, welche Angaben gemacht werden können.

  • Möchte ein Vorhabensträger / Verursacher, die Auswirkungen eines Eingriffs durch Ökopunkte ausgleichen, muss er dies aus dem Eingriff heraus beantragen. Die hierfür notwendigen Schritte werden auf der Handbuchseite "Abbuchungen von Ökopunkten" erläutert. Der Einsatz der Ökopunkte muss im Rahmen des Genehmigungsverfahrens zum geplanten Eingriff durch die Zulassungsbehörde bzw. die UNB genehmigt werden (s. auch Abteilung Eingriff).
  • Werden Ökopunkte einer Ökokonto-Maßnahme verkauft oder einem Eingriff zugeordnet, muss dies im KompVz BW durch den Maßnahmenträger dokumentiert werden. Die hierfür notwendigen Schritte können auf der Handbuchseite "Verkäufe und geplante Zuordnungen" nachgelesen werden.